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Bregenwürste

Braunkohlwanderung – nichts für Weicheier

Wenn du in den Wintermonaten – speziell im Januar – bei Regen, Sturmböen und Schneeschauern größere und kleinere warm verpackte und mit Rucksäcken beladene Karawanen durch die Landschaft schleichen siehst, dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Braunkohlwanderung. Diese sportliche Veranstaltung zelebrieren die Niedersachsen sehr gerne, wobei man, ehrlich gesagt, nicht unbedingt körperlich in Topform sein muss, selbst auf Krücken (habe ich mit eigenen Augen gesehen) kann man durchaus so eine Wanderung bestreiten. Eines sollte man allerdings haben: großen Durst und dementsprechend trinkfest sein.

braunkohlwanderung

Was braucht man für eine Braunkohlwanderung?
Natürlich wetterfeste Kleidung, denn wer weiß, was alles unterwegs vom Himmel runter fällt. Und gute, wasserdichte, warme Schuhe. Das ist wichtig, sonst bekommt man bei den vielen Trinkpausen kalte Füße und unter Umständen auch nasse, wenn Bier verschüttet wird. Dann einen Rucksack bepackt mit flüssigem und festem Proviant. Manch schlauer Braunkohlwanderer zieht einen Bollerwagen hinter sich her, um unterwegs ja nicht zu verdursten oder falls keine mobilen Trinkstationen eingebaut werden können.

Der Ablauf
Normalerweise dauert eine Braunkohlwanderung mindestens 4 Stunden. Aber keine Angst: Die Strecke, die zurückgelegt wird, bestreitet ein versierter Wanderer in einer knappen Stunde. Man trifft sich irgendwo und marschiert dorthin, wo es lecker Braunkohl mit Bregenwürsten, Kasseler, Bauchfleisch und Kartoffeln gibt – der eigentliche Höhepunkt der Veranstaltung. Damit das ziemlich fette Zeug gut verdaut werden kann, muss das eine oder andere „Verdauerli“ gekippt werden. Und um hundertprozentig sicherzugehen, dass sich kein Magenkneifen einstellt, genehmigen sich ganz Schlaue schon vorher hochprozentige Wässerchen. Einige Veranstalter lassen sich etwas Besonderes einfallen: Die Wahl des Braunkohlkönigs und der -königin. Die Regeln sind unterschiedlich: Der oder die am meisten isst, trinkt, oder wiegt etc. Der Gewinner bekommt einen Braunkohlorden und muss eine Lokalrunde schmeissen. Irgendwann am Abend, wenn die allgemeine Konstitution nachlässt, ist der Spuk vorbei! Bis zum nächsten Jahr, außer man gehört zu den ganz hartgesottenen Profis, die gleich an mehreren solchen Veranstaltungen teilnehmen.

Natürlich passe ich mich als Schweizerin gerne den hiesigen Sitten an. Und darum bin ich gestern – wie jedes Jahr – mitmarschiert. Wer jetzt denkt, ich plaudere so einige pikante Geschehnisse aus, der wird enttäuscht sein. Eine Röschti kann schweigen! Nur so viel: Wir haben unterwegs keinen verloren und es ist auch niemand samt dem Braunkohlbüffet zusammengebrochen. Zumindest nicht, als ich noch anwesend war. Hiermit nochmals ein liebes „Danggschön“ an die Veranstalter!
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