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Aufgewachsen bin ich in der Nähe von Basel. Schon mit 5 Jahren fühlte ich mich in meiner Umgebung eingeengt, wollte Neues erkunden, über den Tellerrand schauen. Oft füllte ich darum mein Täschchen mit Proviant und spazierte einfach drauf los. Damals ging das noch, denn das Dorf war ziemlich überschaubar und ganz viele kannten das kleine Trixli samt ihrem Minigepäck.
Mit 19 packte ich dann zum ersten Mal einen großen Koffer und wanderte nach Südafrika aus. Drei Jahre und eine monatelangen Tour quer durch Afrika folgten. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Heimat, stopfte ich das Nötigste in einen Rucksack und erforschte den südamerikanischen Kontinent.
Den größten Schritt wagte ich aber von Basel nach Zürich. Alle Basler verstehen das. Zugegebenermaßen nicht aus lauter Neugier, sondern der Liebe wegen. Dort lockte die große Werbewelt, bis mich wiederum die Liebe (eine andere) nach Norddeutschland verschleppte. Hier lebe ich nun schon am längsten und befriedige meine immer noch unersättliche Wanderlust vor allem im nahen Harz und – wenn ich nicht gerade in der Weltgeschichte herumreise – im WorldWideWeb.

In unserem Dorf spielt man Theater. Ein neues Stück sollte her, aber kein gekauftes. Authentisch sollte es sein. Gespräche auf einem Dorffest hatten mich so inspiriert, dass ich bei der nächsten Theatersitzung meine Ideen zum Besten gab. „Aufschreiben“ hieß es. Und so entstand mein erstes Dorftheaterstück: Reise nach Mallorca. Die einzelnen Szenen waren bis ins kleinste Detail in meinem Kopf gespeichert. So lag es nahe, das Stück auch zu inszenieren. Aber eigentlich wollte ich lieber einmal auf der Bühne stehen, und sei es in der Provinz im einzigen Gasthof. Und dies mindestens in der Hauptrolle. Das ließ sich aber nicht mit meinem Regiejob vereinbaren und so erfand ich die Röschti, die auch in all den folgenden Inszenierungen eine kleine, aber wichtige Rolle spielte.
Beatrice
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